Fippies Reisen

Montag, 11.04.2016

Noch völlig verschlafen hörte ich ein Klopfen an der Tür. Ich dachte mir nur so: „Das kann unmöglich meiner Mutti und Sabine ihr Ernst sein, uns jetzt zu wecken.“ Ich war so müde, dass ich mich einfach wieder umgedreht habe ohne jegliche weitere Reaktion. Sofort schlief ich wieder ein, doch das Klopfen kam immer wieder. Nun hörte ich meine Mutti an der Tür meinen Namen flüstern, beschloss aber einfach, dass ich noch viel zu müde sei, um darauf zu reagieren. Ich ärgerte mich quasi noch im Schlaf, dass sie uns wecken wollte, weil es einfach noch sehr zeitig sein musste. Nun vibrierte mein Handy und genervt blickte ich darauf. Es war ein Anruf meiner Mutti und noch viel größer war der Schock, als ich die Uhrzeit sah. Es war Nachts um 3.00 Uhr. Nun war ich wach…hellwach! Ich sprang aus dem Bett mit den schlimmsten Vermutungen und öffnete schnell die Tür.

Das Schiff schaukelte schon die ganze Nacht und es fühlte sich an, als würde es sich ständig um 90° nach links, wieder gerade und dann nochmal 90° nach rechts schaukeln. Es fühlte sich an, als würde das Schiff gleich umkippen. Außerdem krachte es ständig als würde etwas gegen das Schiff fliegen.

Und nun stand meine Mutti da so vor mir und war eindeutig Seekrank. Ihr ging es schlecht und zwar so richtig. Sie war grünlich, konnte nicht schlafen und ihr war übel. Schnell weckte ich Cindy und sie suchte ihre Reisetabletten heraus. Zu diesem Zeitpunkt ahnten wir noch nicht, dass uns diese Reisetabletten allen den heutigen Tag retten würden. 🙄 Meine Mutti nahm dankend die Tablette und legte sich dann wieder hin. Wir verschwanden ebenfalls wieder ins Bett und hatten kurz etwas mit der Situation zutun, dass es sich im Liegen so anfühlte, als würden unsere Beine gerade mal eben höher liegen als der Kopf. 🙄 Dennoch schliefen wir zügig wieder ein.

Um 6.30 Uhr wurde ich wieder wach und die Hoffnung nun eine anderen Situation als heute Nacht vor zu finden, starb mit dem Augenaufschlag. Es schaukelte immer noch ordentlich und uns war die Situation nicht ganz geheuer. Cindy und ich standen auf und gingen nacheinander ins Bad. Es läuft sich übrigens sehr komisch, wenn es ständig schaukelt und wir hatten ganz schön zutun. Dann kleideten wir uns ein und wollten uns noch schnell etwas Schminken. Beim Stehen vor dem Spiegel und dem Versuch Wimperntusche aufzutragen, machte dann auch ich schlapp. Mir wurde schlecht und ganz flau im Magen. Schnell begab ich mich wieder aufs Bett und legte mich hin. Liegend wartete ich bis Cindy fertig war und dann gingen wir schnell am Nachbarzimmer klopfen.

Sabine war ebenfalls startklar und meine Mutti schlief. Wir beschlossen sie schlafen zu lassen, da sie den Schlaf nach der Nacht sicher gut gebrauchen konnte. Also gingen wir nun zu dritt zum Fahrstuhl. Auf dem Weg sagten wir uns immer, dass es besser wird sobald man den Horizont sieht. Also schnell rauf zum Pooldeck gefahren und an die frische Luft. Erst einmal tief durchatmen und ja, Luft hilft schon etwas. 😉 Der Pool war geschlossen und das Wasser schwappte über.

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Wir gingen hinter an unsere üblichen Plätze und setzten uns erst einmal. Es war sehr windig und wir waren fast schon zu kurz angezogen für das heutige Wetter. Alles war grau und lud überhaupt nicht zum Draußensitzen ein. 🙁

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Aber wir wollten ja den Horizont anschauen und das taten wir nun auch. Sagen wir es so, es hilft schon ein bisschen, aber ich schiebe den Erfolg trotzdem eher auf die frische Luft. Denn später half das Horizont schauen bei mir auch nicht mehr. Es verunsichert schon sehr, wenn sich der Horizont im Bezug zu einem Geländer betrachtet 1m nach oben und dann wieder 1m nach unten bewegt. 🙁

Wir beschlossen dann einfach mal eine Kleinigkeit zu Essen und zu Trinken. Wir holten uns etwas zum Frühstück und Sabine holte in der Zeit meine Mutti aus der Kabine. Wir waren uns einig, dass es ihr hier oben sicher auch besser gehen würde. Sie kam nach oben und fühlte sich dank der Tablette zumindest schon mal besser als in der Nacht.

Als ich Essen holen war, hatte ich wirklich zu das Bedürfnis etwas zu Essen. Jetzt, wo alles so vor mir stand, wollte ich absolut nichts mehr zu mir nehmen. Mir war schlecht und der Blick zum Horizont zeigte mir nur die oben beschriebene Schwankung im Vergleich zum Geländer. Nun fing es auch noch an mit Regnen und es blitzte um uns herum. Der Wind warf die Stühle um und alles war klitschnass. Ich beschloss ein paar Fotos zu machen, damit uns hinter her auch jemand die Geschichte glaubt. 😀

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Danach setzte ich mich wieder an den Tisch und starrte wie ein Häufchen Elend abwechselnd mein Essen und den Horizont an. Die anderen bekamen zwar etwas zu Essen runter, aber auch nicht all zu viel.

Ein Koch kam bei uns vorbei und sprach uns an, ob es uns nicht gut gehen würde. Wir bestätigten das und er erzählte, dass wir grüne Äpfel essen sollen. Das würde wohl helfen. Wir bedankten uns nett für den Tipp und wollten diesen dann auch umsetzen. Bevor wir jedoch dazu kamen, kam der nette Koch zurück und brachte uns 3 grüne Äpfel an den Tisch. Wir haben uns sehr über diese nette Geste gefreut und bedankten uns. Später erfuhren wir, dass es sich bei dem netten Koch nicht nur um irgendeinen Koch handelte, sondern um den Chefkoch des Schiffes höchstpersönlich. 😀 Wir schnitten die Äpfel auf und ich bekam sogar ein paar Stücken herunter.

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Gegen 9.00 Uhr verabschiedete sich Cindy. Sie ging zurück in die Kabine und wollte noch ein bisschen schlafen, da es ihr auch nicht so super ging. 9.30 Uhr nahme ich eine Reisetablette, denn mir ging es einfach nur schlecht. Dann schleppte ich mich gemeinsam mit meiner Mutti und Sabine zurück in unsere Kabinen. Der Weg bis in die Kabine war eine Qual und der Pool war inzwischen auch abgelassen. 🙁

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Im Zimmer angekommen, fiel ich nur noch auf das Bett und verschwand dann ebenfalls ins Land der Träume. Meine Mutti und Sabine legten sich auch wieder hin. Vorher knipste Sabine noch schnell die TV-Anzeige. 🙂

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Gegen 12.30 Uhr erwachte ich wieder und mir ging es tatsächlich besser. Auch fühlte sich die ganze Schaukelei inzwischen deutlich geringer an. So nach und nach standen wir alle 4 wieder auf und beschlossen zum Mittagessen nach oben ins Buffetrestaurant zu gehen. Das Wetter war deutlich besser geworden und wir fühlten uns auch alle wieder halbwegs normal. 🙂 Es schaukelte immer noch genug, aber weniger als in der Nacht und am Vormittag.

Inzwischen hatten wir auch alle wirklich Hunger und aßen gut zum Mittag. Anschließend gingen wir zurück in unsere Kabinen, die inzwischen gereinigt wurden waren. Am Badspiegel befand sich eine Botschaft für uns. 😉

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Das kam ja wie gerufen. Zeit am Pool konnten wir ja heute eh nicht mehr verbringen und so blieb uns der restliche Tag zum Ausruhen in der Kabine und schick machen für Abends. Nur meine Mutti und ich hatten um 14.30 Uhr noch etwas vor. 🙂 Wir hatten am ersten Tag auf dem Schiff jeder eine 60-minütige Hot Stone Massage gebucht und diese war nun heute dran. Ich hatte etwas Angst, ob ich mich bei dem Schaukeln entspannen können würde, aber es war wundervoll. Klar, war die Massage sehr teuer, aber wir haben die Entscheidung nicht bereut. 🙂 Außerdem hatten Cindy und Sabine so bereits Zeit, die Bäder ganz für sich alleine in Anspruch zu nehmen. 😉

Gegen 16.00 Uhr kamen meine Mutti und ich tiefenentspannt zurück. Ich hatte extra Gesichtsmasken eingepackt und trug noch eine auf. Ich fühlte mich wie im privaten Spa und ruhte entspannt auf meinem Bett. Dann begann ich ebenfalls mit dem Dusch- und Stylingprogramm für den heutigen Tag. Das Wasser in der Dusche schaukelte fleißig hin und her, aber das sollte mich nun auch nicht mehr stören. 😉

Nach mehreren Anproben und gegenseitigem Begutachten und Absprechen waren wir gegen 18.30 Uhr alle fertig. 😀

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Wir verließen die Kabinen und machten gleich erst einmal Fotos.;-)

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Dann bahnten wir uns unseren Weg in das sogenannte Grand Centrum und liefen dabei sicher die doppelte Länge des Weges, da es immernoch ordentlich schaukelte. 🙄 Die ersten Fotografen standen schon bereit und es waren nur 2-3 Familien vor uns in der Reihe. Also gingen wir erst einmal an allen vorbei und machten Fotos auf einer der schönen geschwungenen Treppen. 🙂

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Anschließend stellten wir uns brav bei den Fotografen in der Reihe an und ließen uns  in allen möglichen Posen fotografieren. Als wir am Ende der Reise alle Fotos begutachteten, entschieden wir uns zum Kauf folgender Bilder. 😀

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Gerade als wir das letzte Foto auf dieser Treppe geschossen hatten, sagte der Fotograf, wir könnten ja noch ein Foto mit dem Kapitän des Schiffes machen. Wir sagten höflich nein, denn wir hatten einfach keine Lust jetzt auf den Kapitän zu warten. Der Fotograf blieb aber hartnäckig und sagte: „Aber er kommt gerade die Treppe runter.“ Wir schauten uns um, sahen den Mann und fragten erst noch einmal skeptisch nach, ob das wirklich der Kapitäin sei. Der Fotograf bestätigte und grüßte ihn. Nun da wir ja eh gerade da standen und der Kapitän jetzt auch da war, konnten wir das Foto auch noch mitnehmen. 😉 Wir positionierten uns und waren somit die Ersten, die an diesem Tag das Foto mit dem Kapitän machen durften. 😀 Das vergessen wir sicher nie. 😉

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Nach dem wir nun alle Fotografen einmal abgeklappert hatten, beschlossen wir heute mal ins Garden Restaurant essen zu gehen. Als wir dort ankamen, standen bereits sehr viele Leute und eine Wartezeit war vorprogrammiert. Wir entschieden uns kurzer Hand um und liefen zum Windowsrestaurant. Dort bekamen wir sofort einen Tisch zu gewiesen. Wir gönnten uns jeder ein Glas Wein und verspeisten ein köstliches 3-Gänge-Menü. Mein persönliches Highlight war der warme Schokoladenkuchen mit flüssigem Kern als Dessert. 😀

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Wir hatten wirklich einen schönen Abend im Restaurant und genossen ihn sehr. Das Schiff schaukelte immer noch freudig vor sich hin, aber es wurde immer ruhiger. 🙂

Nach dem Abendessen gingen wir noch einmal an das leere Pooldeck und schnappten etwas frische Luft. Es war kühl und immer noch windig, aber viel angenehmer als heute früh. 😉

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Danach drehten wir noch eine gemütliche Runde über das Schiff bis es uns gegen 21.30 Uhr zwar zeitig aber glücklich ins Bett verschlug. 🙂

Unser Fazit von diesem Tag ist, dass einem auf so einem großen Schiff leider doch schlecht werden kann. 🙁 Wir waren sehr froh über Cindys clevere Idee Reisetabletten einzupacken, denn selbst unten beim Arzt, waren bereits sehr viele Tabletten aus dem Münzgerät verschwunden. Auch unsere Beobachtungen am Pooldeck und unter Deck zeigten leider deutlich, dass wir defintiv nicht die Einzigen mit Seekrankheit waren. An diesem Abend wollte glaub ich auch keiner mehr von uns, je wieder eine Kreuzfahrt machen. Inzwischen würden wir alle wieder auf’s Schiff gehen wollen. Allerdings betreten wir alle nur noch ein Kreuzfahrtschiff mit Reisetabletten. 😉 😀

Tag 5 – Dienstag, 12.04.2016